31. STUNDENLAUF DES SV KYFFHÄUSER E.V. IM STADION AN DER WIPPER

Christopher und Detlef Wolff (Foto: Kristina Barthel)Am Freitag fand im Stadion an der Wipper in Bad Frankenhausen der 31. Stundenlauf des SV Kyffhäuser e.V. statt. Die Beteiligung war angesichts des wunderschönen, beinahe zu warmen, Wetters hoch. Zum Stundenlauf 2013 gab es eine Teilnehmersteigerung um 11 Starter auf insgesamt 70. Sehr erfreulich war die sehr hohe Beteiligung an weiblichen Wettkämpfern. Es starteten auf die drei Strecken verteilt 29 Mädchen und Frauen. Interessanterweise überwogen bei der 'Viertel- Stunde' sogar die Mädchen mit 12 gegenüber 6 Jungen und einem Mann. Der eine Mann klingt hier fast ein wenig fehl am Platz, aber die Erklärung ist plausibel. Detlef Wolff war der Hase oder einfach nur der Begleiter für seinen Sohn Christopher und stach damit auch wegen seines doch sehr kräftigen Vollbartes aus der Truppe der Jugendlichen heraus. Überhaupt trat Familie Wolff fast vollständig an. Die Mama hielt am Rand als Coach die Stellung. Gesiegt haben Olivia Posse und Anton Stockhaus, die beide vom SV Glückauf Sondershausen angereist waren. Olivia hatte auch nur etwas mehr als 220m Rückstand auf Anton, der in 15 Minuten 3456m lief. Unter den Viertelstundenläufern war auch die jüngste Teilnehmerin. Inara Pflüger vom Arterner LV ist 7 Jahre alt und lief beachtliche 2348m. Sie ist damit ihrem Papi schon heftig auf den Fersen. Nico trat diesmal nicht an. Die kurze Strecke war für alle Altersklassen offen. Gewertet wurden nur die U14-Gesamtsieger m/w mit Urkunden und Pokalen.

Die Mitteldistanz über die 'Halbe- Stunde' war ebenfalls für alle Altersklassen offen. Hier standen die U20-Läufer im Mittelpunkt der Auswertung. Die Preise für die Sieger waren für alle Strecken gleich, also ebenfalls Urkunden und Pokale. Bei der weiblichen Jugend gewann Frieda Herold mit 6003m. Sie war die jüngste 30-Minutenläuferin und startete in der U12. Fabian Csanyi setzte seine Siegesserie vom Vorlauf fort und dominierte die männliche Jugend. Wer ihn schlagen wollte, hätte weiter als 7203m laufen müssen.

Namensgeber der Veranstaltung - der Stundenlauf - wurde um 18:05 ausgetragen. Damit lagen alle Wettbewerbe sehr gut im Zeitplan. Hier mussten wegen der Restmetervermessung der 'Halben-Stunde' nur 5 Minuten zur ursprünglichen Startzeit zugegeben werden. Das war aber tolerabel. Die gemeldeten Teilnehmer versprachen auch hier einen harten Wettkampf. Unter den Männern tauchten die Namen von Stephan Knopf, Ingo Furchner und Christian Klöppel auf, die Frauen auch sehr stark mit Kerstin Ritter, Christiane Wehling und Cornelia Wojciechowski. Weitere nicht einzeln genannte sehr starke Läufer waren ebenfalls im Feld. Vier Männer kamen entweder über die wichtigen 15000m oder waren sehr nah dran. Stephan Knopf (16337m, SV Nordhausen 90) und Ingo Furchner (15854m, SV Glückauf Sondershausen) waren drüber, Christian Klöppel (14770m) und Mike Barthel (14128m, SV Kyffhäuser) hätte noch etwa maximal 4 Minuten mehr gebrauchen können. Bei den Frauen lief Kerstin Ritter mit 12795m am weitesten. Ihr folgten Christiane Wehling 11669m und Cornelia Wojciechowski 11275m.

Investigative Scripted Reality ist im Kommerzfernsehen tägliches Geschäft, beim Stundenlauf mussten die Vereinsdetektive ebenfalls ran. Zunächst tauchte Sandra Jursch als Frauensiegerin auf. Keiner entdeckte das auf der Ergebnisliste bis zur Siegerehrung. Sie wurde aufs Treppchen gerufen, erschien aber nicht. Jetzt kamen die Umstehenden ins Grübeln. Nach ihrem Ergebnis hätte sie mit Henry Behrend und Gerald Röhricht zusammen gelaufen sein müssen. Beide konnten sich nicht an eine Frau an ihren Fersen erinnern. Die Ermittlungen gingen weiter. Die Startunterlagen und nicht ausgegebene Transponder wurden gesichtet. Jetzt machte es klick. Gerald Röhricht, dessen Ergebnis zuerst geschätzt werden musste, da zu seinem Datensatz keine Runden gezählt wurden, lief mit den Transpondern von Sandra Jursch. Plötzlich war alles klar und auch die Runden konnten ihm zugeordnet werden. Eine weitere Frage beschäftigte einige Stundenläufer. Warum wichen die GPS-Messungen der Uhren der Athleten von der berechneten Länge der Zeitmessanlage ab? Das war eine Aufgabe für Helmut Schwarzkopf. Er extrahierte seine Rundenprotokolle aus seiner Uhr, sah sich die gemessenen Meter pro Runde an und erkannte dann sehr schnell die Ursache für die Längendifferenz. Bei der Berechnung durch die Zeitmessanlage liegen immer 400m pro Runde multipliziert mit der Rundenzahl plus Restmeter in der letzten Runde zugrunde. Die GPS-Uhren messen selbstverständlich auch jedes Überholmanöver außerhalb der Innenbahn. Hier ergaben sich die zusätzlichen Meter, die in der Summe zwischen 200 und 300m mehr auf der Uhr ergaben.

Webseite des Veranstalters: http://www.svkyffhaeuser.de/